Marmaris

Marmaris ist eine Küstenstadt in der Provinz Muğla im südwestlichen Teil der Türkei. Sie hat ca. 31.450 Einwohner (Stand 2008) und ist vom Tourismus geprägt. Deutsche Partnerstadt ist Fürth / (Mittelfranken)

 

Geschichte

Das genaue Gründungsdatum von Marmaris ist nicht bekannt. Erste Quellen stammen aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. und nennen die Stadt bei ihrem antiken Namen Physkos. Die erste Ansiedlung geht auf die Karer zurück. Die Karer kamen nach den Schriften des Historikers Herodot von Kreta. Sie siedelten sich hier im Gebiet der heutigen Provinz Muğla an und nutzten den natürlichen Hafen als Marinebasis für ihre Überfälle auf die Phönizier auf Rhodos und die anderen Inseln im Ägäischen Meer. Im Jahre 138 v. Chr. trat Attalos III., König von Pergamon (Bergama), Physkos an Rom ab. Die Stadt unterstand fortan den römischen Generälen auf Rhodos. 1425 wurde sie vom Osmanischen Reich vereinnahmt. Für einen geplanten Rhodos-Feldzug wurde 1522 die Burg gebaut.

Nach einer örtlichen Legende bedeutet der Name der Stadt Vier erhängte Architekten. Er rührt aus der Entstehungsgeschichte der prägenden Burg her. Der damalige Sultan Süleyman der Prächtige befahl 1522, nach seinem Sieg über Rhodos, seinen vier Architekten eine Burg zu bauen, die man selbst noch in Rhodos sehen könnte. Es entstand eine relativ kleine Burg, was den Sultan dermaßen erboste, dass er bei der Rückkehr von einer Expedition nach Rhodos beim Anblick des Kastells „Mimar äs!“ ausgerufen haben soll, was soviel heißt wie „hängt die Architekten auf“! Es gibt hierfür aber keine verbriefte Quelle.

Im Jahre 1958 wurde Marmaris durch ein Erdbeben fast völlig zerstört. Als eines der wenigen historischen Gebäude wurde die Festungsanlage Marmaris Kalesi kaum beschädigt. Um das mittelalterliche Kastell gruppieren sich in engen Gassen die Fachwerkhäuser der Altstadt. Diese stehen alle unter Denkmalschutz.

Im Jahre 2009 war Marmaris ein Zielort der Presidential Cycling Tour of Turkey.

Umgebung

Marmaris liegt an der türkischen Ägäis auf der Halbinsel Bozburun. Im Norden der Stadt befindet sich der Golf von Gökova, im Süden das Mittelmeer. Westlich des Ortes liegt die Datça-Halbinsel. Im Osten liegt der Bezirk Köyceğiz mit dem gleichnamigen See. In der weiteren Umgebung befinden sich Touristenzentren wie z. B. Bodrum oder Fethiye. Acht Kilometer westlich von Marmaris liegt İçmeler, ursprünglich ein kleiner Ort, der sich im Laufe der letzten 20 Jahre zu einer Bettenburg entwickelte. Die gesamte Strandlinie ist mit Hotels bebaut, vom Fünf-Sterne-Hotel bis zur familiären Unterkunft. Ein ideales Gebiet für Wanderer und Biker. Es gibt eine Bootsverbindung nach Turunc und gute Verkehrsverbindungen nach Marmaris mit dem Dolmuş.

Tourismus

Die Strandpromenade ist rund elf Kilometer lang und dicht bebaut. Der Strand ist zehn bis 15 Meter breit und besteht aus feinen bis groben Kieseln. Die am Wasser liegenden Hotels und Restaurants haben den Strand vollständig mit Sonnenliegen und Sonnenschirmen bestückt, die meistens kostenlos an Gäste vergeben werden, in der Hoffnung, Getränke und Speisen verkaufen zu können. Abends haben viele Kneipen und Restaurants geöffnet.

Städtepartnerschaft

  • DeutschlandDeutschland Fürth, Deutschland die Partnerschaft besteht seit 1995

Hafen

Yachten aus Holz sind Tradition in Marmaris

Yachten aus Holz sind Tradition in Marmaris

Straße in Marmaris

Straße in Marmaris

Promenade Marmaris

Promenade

Aufgrund seiner Lage an der so genannten „türkischen Ägäis“ ist Marmaris ein bedeutsames Touristenziel. Die Stadt liegt an einer großen, geschützten Bucht, die als natürlicher Hafen für die Berufs- und Freizeitschifffahrt dient. Im Verkehrshafen legen u. a. große Kreuzfahrtschiffe wie die AIDA Cruises-Flotte und die Schiffe der Carnival Cruise Lines an. Es gibt zwei große und mehrere kleine Marinas. Hunderte von Skippern überwintern hier jährlich. Der Yachthafen ist mit über 600 Liegeplätzen der größte in der türkischen Ägäis. Ab Marmaris verkehren Fähren zur griechischen Insel Rhodos.

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